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Kritik

Wie ich in einem Kommentar kürzlich bemerkte, macht die Besprechung von Römer 10,13 etwas zu viel Aufwand, und muss deswegen nach hinten geschoben werden, bis ich dafür Zeit finde. In der Zwischenzeit will ich mich mit einem entspannenderen Punkt beschäftigen: Einem weiteren Bibeltext, der benutzt wird, um Zeugen Jehovas und ihre Benutzung des Gottesnamens zu kritisieren, nämlich Apostelgeschichte 1,8. Und wie wir sehen, wird bereits dieser Artikel ziemlich lang. Zwar spricht der Text nicht direkt über irgendwelche Namen und deren Benutzung, aber er wird von Zeit zu Zeit auf die Eigenbezeichnung der Zeugen Jehovas angewendet. Die Behauptung wird aufgestellt, dass dieser Bibelvers es ausschließt, dass sich Christen als „Zeugen Jehovas“ bezeichnen können, sollen oder dürfen. Read More

Ein beliebter Vorwurf an Zeugen Jehovas lautet (salopp formuliert): Es ist sinnlos, solch einen Nachdruck auf den Namen Gottes „Jehova“ zu legen, denn es ist (allein) der Name „Jesus“, in dem wir gerettet werden.

Dieser Vorwurf wird dann gerne mit einigen Bibeltexten garniert, wie z.B. Apostelgeschichte 4,12; Römer 10,13; Philipper 2,9-11. Wenn wir uns diese Verse anschauen, dann könnte man auf den ersten Blick auf die Idee kommen, dass dort davon die Rede ist, dass es der Name „Jesus“ ist, der allein mit unserer Rettung verknüpft ist. Read More

Erwachet! enthielt in seiner Januarausgabe eine Artikelserie zur Frage, ob Evolution (oder allgemeiner gesagt: materielle Erklärungen ohne Rückgriff auf Gott) die Antwort auf die Frage ist, woher wir stammen. Im einleitenden Artikel dieser Serie wurde Professor Rama Singh zitiert. Sein Artikel, aus dem er zitiert wurde, kann hier gelesen werden. Der gute Professor beklagt sich jetzt über das Zitat. Sein offener Brief zu diesem Thema kann hier gelesen werden.

Nun weiß ich, dass Zeugen Jehovas (und insbesondere ihre Publikationen) sich von Zeit zu Zeit mit dem Vorwurf konfrontiert sehen, dass sie Zitate fälschen oder aus dem Zusammenhang reißen. Anhand des vorliegenden Beispiels will ich einmal schauen, ob dieser Vorwurf hier glaubhaft ist. Vorab der offene Brief im Original:

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In einem meiner Artikel schrieb ich kürzlich:

Wenn Gassmann (oder sonst wer) hier den Wachtturm wittert, liegt er allerdings komplett falsch. Wenn Zeugen Jehovas von “der Organisation” sprechen, dann meinen sie die Gesamtheit aller Geschöpfe, die von Gott als seine Anbeter anerkannt werden (oder Teilmenge). Mit der Beantwortung der Frage erklärt der Täufling daher kurz gesagt, dass er Zeugen Jehovas als die “wahre Kirche” identifiziert.

Hierzu kann man die Frage stellen, ob ich nicht ein Haarspalter bin, wenn ich hier solch einen feinen Unterschied zwischen Wachtturm-Gesellschaft einerseits und Zeugen Jehovas andererseits mache. Könnte man nicht einfach hinnehmen, dass einige etwas ungenau die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas als Wachturm bezeichnen? Bin ich einfach nur übergenau, wenn ich hier eine saubere Unterscheidung fordere? Im folgenden will ich meine Meinung zu dieser Frage einmal kurz erläutern. Read More

Muss ein Christ loyal zu  einer menschlichen Organisation stehen, damit er gerettet werden kann? Darf man als Christ überhaupt Menschen gegenüber loyal sein? Und wie weit darf bzw. muss diese Loyalität gehen? Um ein zufälliges(?) Beispiel willkürlich(?) auszuwählen, werden Zeugen Jehovas von Seiten vieler Freikirchen und „freier Christen“ kritisiert, weil sie angeblich die Mitgliedschaft in ihrer Organisation zur Vorbedingung dafür machen würden, dass man gerettet werden kann. Damit würden sie ihre eigentliche Rettung, die allein auf dem Opfer Jesu beruhen kann, gegen die (unmögliche) Rettung durch eine menschliche Organisation austauschen. So kann man über sie häufiger Sätze wie folgenden lesen, den ich kürzlich in meiner Mail las:

Statt der unbedingten Loyalität gegenüber unserem Herrn und Heiland Jesus Christus wird die Loyalität gegenüber einer menschlichen Organisation eingefordert.

Abgesehen von der Frage, ob eine „menschliche Organisation“ mich als Fischotter überhaupt interessieren muss, wirft das die wesentlich wichtigere Frage auf, ob und inwieweit die Rettung eines Christen von seiner Loyalität gegenüber Menschen abhängt oder abhängen kann und welche Bedeutung die Loyalität gegenüber Menschen für einen Christen überhaupt haben muss oder soll oder darf. Als Aufhänger für die Besprechung dieser Frage nehme ich wieder eine Webseite von Heiko Evermann, in der er genau den oben erwähnten Vorwurf macht und begründet. Dort weist er als erstes auf einen Punkt hin, dem ich uneingeschränkt zustimmen kann:

Die Bibel ist voll davon, daß Menschen zum Glauben an Jesus Christus eingeladen werden. Rettung gibt es allein durch ihn…

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Was passiert mit Menschen, die von Gott gerettet werden? Diese Frage bewegt mehr oder wenige alle, die sich (ernsthaft) als Christen bezeichnen. Die meisten (oder fast alle?)  trinitarischen Christen glauben, dass jeder gerettete Christ wiedergeboren werden muss; die meisten gehen dann davon aus, dass diese Wiedergeborenen in den Himmel kommen. Menschen (wie Zeugen Jehovas), die im Gegensatz dazu lehren, dass es nach der Bibel zwei Gruppen gibt, die gerettet werden, sind bei trinitarischen Christen mit ihrer Meinung nicht gerne gesehen. Begriffe wie „144.000“, „große Volksmenge“ oder „andere Schafe“ wirken auf sie manchmal wie ein rotes Tuch und helfen daher nicht, wenn man mit derartigen Trinitariern reden will. Ich will hier einfach einmal versuchen, aus der Bibel ein paar eindeutige (!)  Aussagen zu dem Thema zu extrahieren, die ohne die drei eben genannten Begriffe auskommen. Erstaunlicherweise funktioniert das. Wie will ich das machen? Ausgehend von zwei Aussagen im „Alten Testament“ will ich die dazu gehörenden zwei Punkte durch die ganze Bibel bis zur Offenbarung verfolgen. Es zeigt sich, dass beide Aussagen zusammen eindeutig lehren, dass es zwei Gruppen von geretteten Menschen geben muss, die eine unterschiedliche Bestimmung haben. Im Rahmen dieses Beitrags setze ich voraus, dass die Bibel (nach dem sog. „protestantischen Kanon“, d.h. ohne die Apokryphen) das Wort Gottes darstellt. Read More

Irgendwie ist dieser Sommer doch erheblich verregneter, als ich mir das vorgestellt hatte. Das wird wohl nicht so schnell etwas mit in der Sonne liegen. Andererseits sollte ich mich als Fischotter natürlich nicht bescheren, wenn es mehr Wasser gibt. Ich muss mich wohl mehr auf das Schwimmen konzentrieren. Und ich sollte aufhören, vom Wetter zu reden. Was ich hiermit tue.

Kürzlich las ich 1.Korinther 4,6, einen Bibeltext, den man wirklich vielseitig „anwenden“ kann, wenn man will. Der Text erlaubt es jedem Leser, öffentlich zu verkünden, dass er „nicht über das hinausgeht, was geschrieben steht“. Wie schön! Das ist ein Punkt, mit dem sich so ziemlich jeder einig erklären kann, der sich für einen Christen hält. Interessant wird es aber, wenn man anfängt, darüber nachzudenken, was es denn konkret heißen soll, dass man nicht über das geschriebene hinausgeht. Da wird es etwas komplizierter. Read More

Seitdem es Zeugen Jehovas gibt, sagen sich von Zeit zu Zeit einzelne Personen von ihnen los und gehen ihrer Wege. Seit einiger Zeit gibt es aber ein neues Phänomen: Zeugen Jehovas, die ganz klar die Gruppe ablehnen, zu der sie nominell gehören, deren Lehren sie nicht mehr unterstützen und deren spirituelle Führung sie verurteilen (meist in nicht misszuverstehenden Worten). Dabei bleiben sie nominell Zeugen Jehovas und verbergen im „echten Leben“ ihre wahren Ansichten, während sie im Internet oder anderen anonymen Umgebungen versuchen, ihre Ansichten (vorzugsweise) unter anderen Zeugen Jehovas zu verbreiten. Und dabei halten sie sich für wahre Nachfolger Christi. Sie verurteilen, dass Zeugen Jehovas (insbesondere ihre leitende Körperschaft) angeblich falsche Lehren verbreiten würden und sich selbst erhöhen.

Es ist offensichtlich sinnlos, derartigen Personen zu sagen, dass Zeugen Jehovas die wahre Christenversammlung sind. Daher interessiert mich die Frage, ob sie sich mit ihrem Standpunkt in direkte Widersprüche zu den Worten Jesu verwickeln, dem sie ja nach ihren eigenen Worten nachfolgen.

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Regelmäßige Leser des Jahrbuchs der Zeugen Jehovas konnten in den letzten Jahren feststellen, dass die Zahl derer, die bei der jährlichen Gedächtnismahlfeier von Brot und Wein nahmen, zwischen 2006 und 2013 von 8.758 auf 13.204 stieg; und ich vermute, dass dieses Jahr wieder welche dazu kommen werden. Nach der Glaubenslehre der Zeugen Jehovas sollte aber diese Zahl tendenziell abnehmen und nicht massiv steigen (rund 50% in sieben Jahren). Natürlich hat auch mich dieses Phänomen verwundert. Ich will im folgenden beschreiben, wie ich darauf reagiert habe. Du darfst das gerne lesen, aber bevor du meine Ideen als sinnvoll annimmst, beachte bitte, dass du sie bei einem anonymen Typen im Internet gelesen hast, der sich für einen Fischotter hält.

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„Solus Christus“ ist ein Motto vieler protestantischer Gruppen, dass ausdrücken soll, dass allein das Opfer Jesu dem Menschen Rettung(oder „Heil“) ermöglicht. Auf dieser Grundlage werden Zeugen Jehovas aus diesen Gruppen häufig dafür kritisiert, dass sie angeblich lehren würden, dass man sich seine Rettung selber verdienen muss. Kritisiert wird das, weil Zeugen Jehovas dadurch angeblich Jesu Opfer entwerten; hierfür wird gerne ein Wort wie „Leistungsevangelium“ verwendet, um anzudeuten, dass Zeugen Jehovas meinten, sie können sich ihre Rettung durch ihre guten Taten selbst verdienen. Sie vertreten die Meinung: „Es reicht aus, wenn ein Sünder daran glaubt, dass das Opfer Jesu seine Sünden tilgt“.

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