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Zeugen Jehovas

Wie wir allerorten hören, leben wir in einem ‚postfaktischen‘ Zeitalter. Früher nannte man das: „da erzählt einer Schwachsinn“. Ein gelungenes Beispiel hierfür lief mir vor kurzem im Internet vor die (digitalen) Schwimmflossen: Die Wachtturmgesellschaft hätte während des zweiten Weltkriegs nicht nur kräftig in deutsche Rüstungsunternehmen investiert, nein, sie hätte sogar als „Reichskommissar für die Behandlung feindlichen Vermögens“ ausländische Investitionen in Deutschland verwaltet. Auf Seiten wie z.B. „Gesichtsbuch“ empören sich rechtschaffenen (Ex-) Zeugen Jehovas, wie man doch ihr Vertrauen so pöse, pöse missbraucht hat. Die Implikationen sind klar: Während die deutschen Zeugen Jehovas in Konzentrationslagern gequält wurden, hat die (amerikanische) Wachtturmgesellschaft kräftig am deutschen Vernichtungskrieg mitverdient.

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Das Land Nordrhein-Westfalen ließ sich nun schon zehn Jahre Zeit, den Antrag der Zeugen auf den Körperschaftsstatus zu bearbeiten. Meinen letzten Bericht findest du hier.

Am Ende war es dem Hauptausschuss des Landtages nicht einmal mehr eine Debatte wert, und der Entwurf der Landesregierung, Zeugen Jehovas als Körperschaft des öffentlichen Rechts anzuerkennen wurde einfach abgenickt. Im Protokoll des Hauptausschusses heißt es ziemlich lapidar (auf S. 22): Read More

Wie ich in einem Kommentar kürzlich bemerkte, macht die Besprechung von Römer 10,13 etwas zu viel Aufwand, und muss deswegen nach hinten geschoben werden, bis ich dafür Zeit finde. In der Zwischenzeit will ich mich mit einem entspannenderen Punkt beschäftigen: Einem weiteren Bibeltext, der benutzt wird, um Zeugen Jehovas und ihre Benutzung des Gottesnamens zu kritisieren, nämlich Apostelgeschichte 1,8. Und wie wir sehen, wird bereits dieser Artikel ziemlich lang. Zwar spricht der Text nicht direkt über irgendwelche Namen und deren Benutzung, aber er wird von Zeit zu Zeit auf die Eigenbezeichnung der Zeugen Jehovas angewendet. Die Behauptung wird aufgestellt, dass dieser Bibelvers es ausschließt, dass sich Christen als „Zeugen Jehovas“ bezeichnen können, sollen oder dürfen. Read More

Wer sagt es denn! Nur zehn Jahre, nachdem Zeugen Jehovas einen Antrag auf Zweitverleihung der Körperschaftsrechte im Land Nordrhein-Westfalen stellten, hat jetzt (am 25.10.2016) das zuständige Ministerium den Entwurf einer entsprechenden Verordnung zur Anhörung an das Parlament geschickt.

Hier gibt es den Entwurf (Vorlage 16/4412)zu sehen.

Hier gibt es das dazu passende Schreiben der Landtagspräsidentin (Drucksache 16/13338).

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Als Fischotter trägt man ja selten Hosen. Aber wer den Wachtturm liest, dem fällt auf, dass dort Männern mehr oder weniger subtil vom Tragen enger Hosen abgeraten wird (z.B. in dieser Grafik aus dem Wachtturm vom Juni 2016, Seite 6-10). Ich konnte auch feststellen, dass der eine oder andere nicht verstanden hat, wo da ein Problem liegen könnte. Einige scheinen der Meinung zu sein, dass die Ursache für diese Meinung zur Hosenmode daher stammt, dass die Leitung der Zeugen Jehovas keine Ahnung von Mode hat. Read More

In meinem letzten Beitrag habe ich mich mit der Idee auseinandergesetzt, dass Apostelgeschichte 4,12 davon die Rede ist, dass Christen nur den Namen Jesu zur Rettung benötigen. Ein Vers, den ich dabei bewusst ausließ, stammt aus Apostelgeschichte 2,21. Hier zitiert Petrus den Propheten Joel in seiner Rede zu Pfingsten: „wer den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden“.

Wen meint Petrus damit? Für L. Gassmann ist diese Frage folgendermaßen zu beantworten:

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Ein beliebter Vorwurf an Zeugen Jehovas lautet (salopp formuliert): Es ist sinnlos, solch einen Nachdruck auf den Namen Gottes „Jehova“ zu legen, denn es ist (allein) der Name „Jesus“, in dem wir gerettet werden.

Dieser Vorwurf wird dann gerne mit einigen Bibeltexten garniert, wie z.B. Apostelgeschichte 4,12; Römer 10,13; Philipper 2,9-11. Wenn wir uns diese Verse anschauen, dann könnte man auf den ersten Blick auf die Idee kommen, dass dort davon die Rede ist, dass es der Name „Jesus“ ist, der allein mit unserer Rettung verknüpft ist. Read More

Erwachet! enthielt in seiner Januarausgabe eine Artikelserie zur Frage, ob Evolution (oder allgemeiner gesagt: materielle Erklärungen ohne Rückgriff auf Gott) die Antwort auf die Frage ist, woher wir stammen. Im einleitenden Artikel dieser Serie wurde Professor Rama Singh zitiert. Sein Artikel, aus dem er zitiert wurde, kann hier gelesen werden. Der gute Professor beklagt sich jetzt über das Zitat. Sein offener Brief zu diesem Thema kann hier gelesen werden.

Nun weiß ich, dass Zeugen Jehovas (und insbesondere ihre Publikationen) sich von Zeit zu Zeit mit dem Vorwurf konfrontiert sehen, dass sie Zitate fälschen oder aus dem Zusammenhang reißen. Anhand des vorliegenden Beispiels will ich einmal schauen, ob dieser Vorwurf hier glaubhaft ist. Vorab der offene Brief im Original:

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In einem meiner Artikel schrieb ich kürzlich:

Wenn Gassmann (oder sonst wer) hier den Wachtturm wittert, liegt er allerdings komplett falsch. Wenn Zeugen Jehovas von “der Organisation” sprechen, dann meinen sie die Gesamtheit aller Geschöpfe, die von Gott als seine Anbeter anerkannt werden (oder Teilmenge). Mit der Beantwortung der Frage erklärt der Täufling daher kurz gesagt, dass er Zeugen Jehovas als die “wahre Kirche” identifiziert.

Hierzu kann man die Frage stellen, ob ich nicht ein Haarspalter bin, wenn ich hier solch einen feinen Unterschied zwischen Wachtturm-Gesellschaft einerseits und Zeugen Jehovas andererseits mache. Könnte man nicht einfach hinnehmen, dass einige etwas ungenau die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas als Wachturm bezeichnen? Bin ich einfach nur übergenau, wenn ich hier eine saubere Unterscheidung fordere? Im folgenden will ich meine Meinung zu dieser Frage einmal kurz erläutern. Read More