Apostelgeschichte 1,8: Zeugen Jesu oder Zeugen Jehovas?

Wie ich in einem Kommentar kürzlich bemerkte, macht die Besprechung von Römer 10,13 etwas zu viel Aufwand, und muss deswegen nach hinten geschoben werden, bis ich dafür Zeit finde. In der Zwischenzeit will ich mich mit einem entspannenderen Punkt beschäftigen: Einem weiteren Bibeltext, der benutzt wird, um Zeugen Jehovas und ihre Benutzung des Gottesnamens zu kritisieren, nämlich Apostelgeschichte 1,8. Und wie wir sehen, wird bereits dieser Artikel ziemlich lang. Zwar spricht der Text nicht direkt über irgendwelche Namen und deren Benutzung, aber er wird von Zeit zu Zeit auf die Eigenbezeichnung der Zeugen Jehovas angewendet. Die Behauptung wird aufgestellt, dass dieser Bibelvers es ausschließt, dass sich Christen als „Zeugen Jehovas“ bezeichnen können, sollen oder dürfen. So kann man im Internet folgende Sätze lesen:

Es ist der Auftrag von Jesus an seine Kirche, dass die Christen Zeugen Jesu sind und nicht Zeugen Jehovas. … An sich gilt die Bibel auch bei Zeugen Jehovas als der Maßstab für den Glauben. Warum, so frage ich, wird dann bei den Zeugen Jehovas die Apostelgeschichte NICHT  zum Vorbild genommen? Zeugen Jesu sollen wir sein und nicht Zeugen Jehovas.

sie verstehen sich als Zeugen JEHOVAS und nicht als Zeugen JESU, wie Er es Seinen Jüngern in Apostelgeschichte 1:8 auftrug.

Seien wir darum nicht Zeugen Jehovas, sondern Zeugen Jesu Christi, unseres Herrn, gemäß seinem eigenen Wort: „Ihr werdet meine Zeugen sein“ (Apostelgeschichte 1,8).

Jesus sagte zu den Jüngern, dass sie Heiligen Geist empfangen werden und seine Zeugen ( !!! also die Zeugen Jesu !!! ) sein werden!  Die Nachfolger Jesu sind Zeugen Jesu oder Zeugen Christi, aber niemals Zeugen Jehovas!!!

Wenn wir Apostelgeschichte 1,8 lesen, stellen wir fest, dass Jesus sich an seine Apostel wandte, und sie aufforderte, seine Zeugen auf der ganzen Erde zu sein. Das an sich ist richtig so, und selbst ich als Fischotter akzeptiere das als christliche Verpflichtung. Was hat das ganze aber damit zu tun, ob man als Christ eine Zeuge Jehovas sein soll oder nicht? Diese Frage wird in dem Vers gar nicht angesprochen. Wieso also schließen einige Menschen aus diesen Worten Jesu, dass Christen nicht Zeugen Jehovas sein sollen?

Abweichung vom Thema

Als erstes muss ich auf einen Kategorienfehler aufmerksam machen: Man kann „Zeuge Jehovas“ und „Zeuge Jesu“ einerseits als Bezeichnung bzw. Namen benutzen (z.B. für eine religiöse Gruppe) oder man kann die gleichen Worte als Beschreibung der eigenen Tätigkeit benutzen. In ähnlicher Weise gibt es hierzulande tausende von Menschen, die zwar „Zimmermann“ heißen, aber nicht in der Lage sind, einen Nagel in ein Holz zu schlagen. Es wäre natürlich etwas seltsam, wenn man diese Menschen deshalb dazu zwingen würde, ihren Nachnamen zu ändern. In vergleichbarer Weise kann man ein Zeuge Jehovas sein, weil man Zeugnis für Jehova ablegt (wie auch immer man das tut), man kann sich einfach die Bezeichnung „Zeuge Jehovas“ zulegen, oder man kann sogar beides auf einmal (wie es Zeugen Jehovas ernsthaft versuchen).

Um einer eventuellen fruchtlosen Diskussion vorzugreifen, will ich hier klarstellen, dass man die eingangs gebrachten Zitate natürlich auch so verstehen kann, dass es nicht um die Bezeichnung „Zeugen Jehovas“ geht, sondern ausschließlich um die Frage, für wen Christen Zeugnis ablegen sollen. Zu dieser Ansicht werde ich noch einiges sagen, und ich will keiner der zitierten Personen unterstellen, dass es ihnen um Bezeichnung „Zeugen Jehovas“ geht. Da aber meiner Erfahrung eine Reihe von Menschen beide Punkte nicht auseinanderhalten können oder wollen, will ich trotzdem hier darauf eingehen. Außerdem würde es eine Diskussion um die Frage, wessen Zeugen Christen sein sollen, wohl kaum geben, wenn Zeugen Jehovas einen anderen Namen hätten als den bestehenden; auch aus diesem Grund ist es angebracht, dass ich vorab ein paar Worte zur Eigenbezeichnung der Zeugen Jehovas verliere.

Natürlich ergibt es einen erheblichen Unterschied, ob man kritisiert, dass jemand versucht Zeugnis für Jehova abzulegen, oder ob er kritisiert, dass er sich die Bezeichnung „Zeuge Jehovas“ zulegt. Denn wenn es um den Namen an sich geht, dann gibt es andere Namensideen, die man für christliche Gruppen noch wesentlich stärker kritisieren könnte: Z.B. gibt es Gruppen, die sich nach einem Menschen benennen (Lutheraner, Calvinisten); wieso wird das als normal angesehen? Andere Gruppen benennen sich nach einer Lehre, die sie vertreten (z.B. Baptisten, Siebenten-Tag-Adventisten), was suggeriert, dass diese Lehre die wichtigste sei; das führt zu der Frage, warum genau diese Lehre die eine wichtige sein soll, an der Christen erkennbar sind. Oder soll der Name einfach anzeigen, dass diese Gruppe sich entschieden hat, die entsprechende Lehre zum christlichen Grunderfordernis zu erheben? Andere Gruppen benennen nach einem Staat und/oder Volk (Armenische Apostolische Kirche, koptische (=ägyptische) Kirche, russisch-orthodoxe Kirche, Church of England), was wiederum suggeriert, dass Christen nicht eine weltweite Einheit bilden, sondern entlang ethnischer Schranken getrennt sind (und in vielen Fällen tappen die entsprechenden Gruppen im Konfliktfall auch in die entsprechende Falle und unterstützen in Kriegen eine Nation im Kampf gegen andere (sog. christliche) Nationen).

Gassmann kritisiert an der Bezeichnung „Zeugen Jehovas“ (und allgemeiner an der Benutzung des Gottesnamens durch Zeugen Jehovas) folgendes:

Sie betrachten sich als »Volk für Jehovas Namen«, als neues »Heilsvolk«, das den Jehova-Namen trägt und benutzt. Wer zu diesem Volk gehört und ihm zugehörig bleibt, gilt als gerettet. … Diese Einengung des göttlichen Namens auf den Bereich der Sekte ist aber nichts anderes als ein schlimmer Mißbrauch.

Wenn wir diese Kritik ernst nehmen würden, wie müssten wir dann die „evangelische Kirche“ ansehen? Erhebt der Name nicht den Anspruch, dass diese Kirche das Evangelium benutzt und grenzt damit andere Gruppen aus? Grenzt die katholische (= allumfassende) Kirche nicht schon durch ihren Namen alle anderen aus? Und behaupten die orthodoxen (=rechtgläubigen) Kirchen nicht in gewissem Sinne, dass alle anderen Gruppen irrgläubig sind? Wenn also der Name „Zeugen Jehovas“ kritisiert werden soll, weil er andere „vom Heil ausschließt“, kann man nicht die große Mehrheit der Kirchen für das gleiche kritisieren?

Wenn man aber andererseits bei allen anderen Kirchen und Gruppen die Behauptungen, die sich aus dem Namen herleiten, nicht ernst nimmt, sondern dies nur den Zeugen Jehovas unterstellt, dann stelle ich mir die Frage, wieso wird hier mit zweierlei Maßstab gemessen? Aber ich bemerke, dass ich wieder viel zu weit vom Thema abgewichen bin, und lasse die Frage daher offen.

Und um ganz sicher zu gehen, dass mich niemand missversteht: Natürlich meine ich nicht, dass alle diese Gruppen die jeweils ideale Bezeichnung für sich selbst gefunden habe: Es gibt bessere Ideen als sich nach einem Menschen zu benennen, der vor Jahrhunderten lebte, oder nach einer Lehre, welche eigentlich nicht im Mittelpunkt des christlichen Interesses stehen müsste. Andererseits ist es für mich eigentlich nicht die wichtigste Frage, wie man seine Gruppe nennt. Es lohnt sich nicht, darüber lange zu diskutieren, solange es so viele andere, wirklich wichtige Unterschiede gibt. Daher bin ich immer wieder davon überrascht, dass so viele, die sich für Christen halten, so sehr Anstoß an der Bezeichnung „Zeugen Jehovas“ nehmen.

Am Rande bemerkt gibt es natürlich auch Einzelpersonen und kleinere Gruppen, die sich keinen Namen außer „Christen“ zulegen und behaupten, dies reiche aus. Für diese kann das vorgesagte natürlich nicht gelten; aber hier gibt es ein anderes Problem: Es gibt eine enorme Zahl derartiger Grüppchen und Personen, deren Lehren und Glaubenspraxis zum Teil erheblich voneinander abweichen. Daher ist im heutigen einundzwanzigsten Jahrhundert die Bezeichnung „Christ“ nicht mehr hilfreich, da sie auf fast alles angewendet werden kann, was nur im entferntesten mit der Bibel zu tun hat. Die meisten dieser Personen, die unter dem Label „Christ“ laufen wollen, lehnen ironischerweise die große Mehrheit derer ab, die sich auch „Christen“ nennen. Wie kann dann die Bezeichnung „Christ“ irgendeinen Sinn haben? Dies war im ersten Jahrhundert natürlich anders, als dieser Name aufkam und sich auf eine Gruppe von Juden(!) bezog, die Jesus als den Messias anerkannten und sich so von allen anderen Juden abhoben.

Rückkehr zum Thema

Kehren wir wieder zum eigentlichen Problem zurück: Was sagt Apostelgeschichte 1,8 eigentlich? Dort ist nicht davon die Rede, wie sich Jesu Nachfolger benennen sollten, sondern davon, was sie tun sollten: sie sollten Zeugnis für Jesus ablegen. Und das kann man natürlich auch, wenn man sich „Zeuge Jehovas“ nennt. Auch ein Lutheraner würde ja nicht behaupten wollen, dass er Luther über Jesus stellt, und ein Adventist wohl kaum sagen, dass er das Zeugnis für Jesus durch den Sabbat ersetzen will. Und genauso kann man sich Zeuge Jehovas nennen und nach bestem Wissen und Gewissen Zeugnis für Jesus ablegen.

Genau das wird aber von einigen kritisiert: Sie meinen, man könne nicht gleichzeitig Zeuge für Jehova und für Jesus sein; einige meinen alternativ, dass Zeugen Jehovas selber versuchen würden, das Zeugnis für Jesus durch das Zeugnis für Jehova zu ersetzen. Und hier beginnt der Teil, der für mich interessant ist: Wollte Jesus, dass Christen keine Zeugen für Jehova sein sollten?

Zeugen Jehovas

Was ist überhaupt ein Zeuge Jehovas bzw. ein Zeuge Jesu? Beide Ausdrücke entstammen der Bibel. Den Ausdruck „Zeuge Jesu“ kann man dem eingangs angeführten Text aus Apostelgeschichte 1,8 entnehmen; der Ausdruck „Zeuge Jehovas“ beruht hingegen auf Jesaja 43,9-13 (NEÜ):

Alle Völker sind versammelt zum Gericht,
alle Nationen herangeholt!
Welcher ihrer Götter hat dies angekündigt?
Welche ihrer Weissagungen trafen überhaupt ein? Mögen sie uns Zeugen dafür stellen!
Die sollen es hören und sagen: ‚Es ist wahr!‘ –
Ihr seid meine Zeugen“, spricht Jahwe,
„und mein Diener, den ich erwählte,
damit ihr erkennt und mir glaubt,
damit ihr einseht, dass ich es bin!
Vor mir gab es keinen Gott,
und nach mir wird kein anderer sein.
Ich bin Jahwe,
einen Retter außer mir gibt es nicht!
Ich habe es angekündigt
und habe euch gerettet.
Ich habe es euch hören lassen, als noch kein fremder Gott bei euch war.
Und ihr seid meine Zeugen“, spricht Jahwe,
„und ich bin Gott.
Und auch in Zukunft bin ich noch derselbe Gott.
Niemand reißt etwas aus meiner Hand!
Was ich tun will, kann niemand verhindern.

Hier wird eine (virtuelle) Gerichtsverhandlung beschrieben, in der alle Nationen Zeugen dafür bringen sollen, dass ihre Götter wirklich existieren und nicht einfach menschliche Einbildung sind. Ein erstaunlich moderner Gedankengang, wenn man bedenkt, dass das Buch vor ca. 2500 Jahren geschrieben wurde. Die Frage lautet: Woran kann man sehen, dass meine Glaubensgemeinschaft mehr tut, als einfach nur Rituale vor einem Standbild auszuführen?

Die Israeliten sollten bezeugen, dass Jehova der wahre Gott ist, derjenige, der seine Ankündigungen wahr macht und der seine Diener entgegen aller menschlicher Wahrscheinlichkeit retten kann. Die Israeliten konnten in diesem Sinne Zeugen sein, da sie entgegen aller Wahrscheinlichkeit aus der babylonischen Gefangenschaft als Volk zurückkehrten. Und natürlich sollten sie nicht nur während der kurzen Zeitspanne nach der Rückkehr aus Babylon Zeugen sein, sondern in allen kommenden Generationen könnten sie auf diese Tatsache verweisen, um die Echtheit ihres Gottes zu bezeugen: allein ihre Existenz trotz der vorhergehenden babylonischen Gefangenschaft bezeugte die Macht ihres Gottes. In einem erweiterten Sinn konnten dann auch folgende Generationen von Israeliten auf weitere Rettungstaten Gottes verweisen, wie z.B. zur Zeit von Antiochus IV, der versuchte, die jüdische Religion auszulöschen.

Sie konnten auch darauf verweisen, dass sie die göttlichen Gebote hielten und dadurch ein ethisches Leben führten. Wenn wir den biblischen Gott z.B. mit den Göttern Griechenlands oder der denen der alten Germanen vergleichen, dann kann man den himmelweiten Unterschied sehen. Dieser Unterschied wurde im römischen Reich auch von vielen Heiden anerkannt, die sich genau deswegen dem jüdischen Gott zuwandten.

Außerdem waren sie Zeugen Jehovas in dem Sinne, dass sie die in der Bibel enthaltenen Glaubensgrundsätze lehrten, was auch wieder viele Nichtjuden dazu brachte, prinzipiell den jüdischen Glauben als gut anzusehen (auch wenn sie selber nicht konvertierten, da einige Punkte wie z.B. „Beschneidung“ in ihrer Kultur schlecht angesehen waren).

Und hier liegt der Knack-Punkt, welcher so gern übersehen wird: Petrus und die anderen Apostel stammten aus welchem Volk? Genau, aus dem Volk Israel. Und damit waren sie in dem eben besprochenen Sinne Zeugen Jehovas. Sie legten bereits durch ihre Existenz als Juden Zeugnis dafür ab, dass Jehova sein Volk im Laufe der Jahrhunderte beschützt hat. Durch ihr Verhalten legten sie bereits Zeugnis dafür ab, dass ihr Gott einen ethische Standard hatte, der sich himmelweit von dem unterschied, was in anderen Kulturen üblich war. Und natürlich lehrten Juden im ganzen römischen Reich auch ganz offiziell nichtjüdische Menschen, welche in die Synagoge kamen, das Gesetz Mose.

Es ging in Apostelgeschichte 1,8 also nicht um die Entscheidung, ob sie Zeugen für Jesus oder Zeugen für Jehova werden sollten, sondern es ging darum , dass Personen, die bereits Zeugen für Jehova waren nun aufgefordert wurden, Zeugen für Jesus zu sein. Das könnte man theoretisch auf zwei Weisen verstehen: Entweder Jesus forderte die Apostel auf, Zeugen Jesu zu werden und gleichzeitig aufzuhören, Zeugen für Jehova zu sein, oder Jesus forderte sie auf, zusätzlich auch noch Zeugen für Jesus zu werden. Im ersten Fall wäre die Kritik an Zeugen Jehovas offensichtlich berechtigt, im zweiten Fall hingegen nicht. Um zu klären, welche dieser beiden Meinungen sinnvoller ist, wende ich mich jetzt Jesus selbst zu.

Jesus als Zeuge

Auch Jesus selbst war im eben beschriebenen Sinn ein Zeuge Jehovas, da auch er ein Jude war. Änderte sich daran etwas durch seinen Tod und Auferstehung? In Offenbarung 3,14 bezeichnet sich sogar der auferstandene Jesus selbst als „der treue Zeuge“ (vgl. auch Offenbarung 1,2.5). Zeuge wovon? War Jesus sein eigener Zeuge? Niemand ist Zeuge seiner selbst, wie Jesus selbst bestätigt:

Johannes 5,31f (LU): Wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr. Ein anderer ist’s, der von mir zeugt; und ich weiß, dass das Zeugnis wahr ist, das er von mir gibt.

Damit wollte Jesus offensichtlich nicht sagen, dass jeder lügt, der etwas über sich selber erzählt, sondern er verwies auf einen Rechtsgrundsatz, welcher in der Bibel wiederholt steht und welcher im Judentum anerkannt wurde: Das Zeugnis einer Einzelperson bleibt unberücksichtigt. Erst wenn eine zweite Person ein Geschehen bestätigt, wird eine Behauptung als wahr anerkannt (vgl. Matthäus 18,16). In diesem Zitat geht es um die Frage, ob Jesus Gottes Gesandter ist und wirklich im Namen Gottes redet. In diesem Zusammenhang verweist Jesus selber darauf, dass sinnlos ist, Zeugnis für sich selbst abzulegen, wenn dieses Zeugnis nicht noch von anderer Seite bestätigt wird.

Die naheliegendste Erklärung dafür, dass Jesus ein „Zeuge“ ist, besteht darin, dass er Zeuge für seinen Gott ist. Dies wird auch im Johannesevangelium bestätigt:

Johannes 3,32 (EB):  was er [Jesus] gesehen und gehört hat, das bezeugt er; und sein Zeugnis nimmt niemand an.

Im unmittelbaren Kontext dieses Verses wird Jesus als derjenige beschrieben, „der vom Himmel kommt“, d.h. aus der unmittelbaren Umgebung Gottes. Das was Jesus bezeugt, muss somit dass sein, was er im Himmel bei Gott gesehen und gehört hat. Damit ist Jesus ein Zeuge Gottes, vergleichbar mit den Israeliten. Natürlich ist er es in einem noch viel besseren Sinne. Er überliefert unmittelbar, was Gott im gesagt und gezeigt hat und bezeugt dessen Wahrhaftigkeit. Er erfüllte die Prophezeiungen über den Messias, wodurch er wieder Gottes Wahrhaftigkeit bezeugt. Er wurde von Gott aus dem Tode auferweckt; allein seine Existenz bezeugt damit, dass Jehova der wahre Gott ist.

Damit zeigen Jesu Worte aus Offenbarung 3,14, dass er nach seiner Himmelfahrt weiterhin für Jehova Zeugnis ablegt, etwas provokant formuliert, bezeichnet sich Jesus also hier als der hervorragendste Zeuge Jehovas überhaupt. Und dieser Punkt hat entscheidenden Einfluss auf unser Verständnis von Apostelgeschichte 1,8.

Zeugen Jesu

Das, was wir eben gesehen haben, stellt den weiteren Kontext dessen dar, was Jesus in Apostelgeschichte 1,8 zu seinen Aposteln sagte. Hier redete der (ultimative) treue Zeuge Gottes zu Israeliten, die selber Zeugen für Jehova waren. Vor diesem Hintergrund schauen wir uns einmal die Worte aus Apostelgeschichte 1,6-8 (EÜ) einmal genauer an:

Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her? Er sagte zu ihnen: Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat. Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.

Wir sehen zuerst einmal, dass Jesus die Apostel hier nicht auffordert, keine Zeugen für Jehova zu sein.Es ging stattdessen um etwas anderes: Wenn wir die Aussage dieses Bibeltextes mit der restlichen Apostelgeschichte vergleichen, dann sehen wir, dass hier die Predigt- und Missionstätigkeit der ersten Christen gemeint war, die in diesem Buch beschrieben wurde: zuerst die Tätigkeit in Jerusalem (Kapitel 2-7), dann die Tätigkeit in Judäa und Samaria (Kapitel 8-10) und schließlich die Missionstätigkeit in der jüdischen Diaspora und unter den Heiden (Kapitel 11-28).

Und genau darin liegt der Denkfehler der eingangs zitierten Leute; angesichts dessen, was wir aus der Bibel über Jesus erfahren, schließt das Zeugnis für Jesus es in keiner Weise aus, auch Zeuge für Jehova zu sein. Da Jesus selber Zeuge für Jehova war (und ist), bedeutet das Zeugnis für Jesus lediglich einen weiteren Aspekt des Zeugnisses, das Menschen für Jehova ablegen können. Und wenn wir die Apostelgeschichte nicht nur bis zum Vers 8 lesen, sondern komplett, dann finden wir eine Vielzahl von Stellen, in denen offensichtlich wird, dass das Zeugnis für Jesus auch ein Zeugnis für den Gott war, der ihn gesandt hatte:

2,32 (EB): Diesen Jesus hat Gott auferweckt, wovon wir alle Zeugen sind.
2,39f (NGÜ): Denn diese Zusage gilt euch und euren Nachkommen und darüber hinaus allen Menschen auch in den entferntesten Ländern – allen, die der Herr, unser Gott, zu seiner Gemeinde rufen wird.« Mit diesen und noch vielen anderen Worten bezeugte Petrus ihnen ´das Evangelium`;
3,15 (EÜ): Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen.
5,30-32 (NL): Der Gott unserer Vorfahren hat Jesus von den Toten auferweckt, den ihr getötet habt, indem ihr ihn kreuzigen ließt. Nun hat Gott ihm als Herrscher und Erlöser den Ehrenplatz zu seiner Rechten gegeben, damit Israel umkehren und sich Gott zuwenden kann und Vergebung seiner Sünden erhält. Wir sind Zeugen davon…
10,38.39 (LU): wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit Heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen und hat Gutes getan und alle gesund gemacht, die in der Gewalt des Teufels waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen für alles, was er getan hat im jüdischen Land und in Jerusalem.
10,42 (EB): Und er hat uns befohlen, dem Volk zu predigen und eindringlich zu bezeugen, dass er der von Gott verordnete Richter der Lebenden und der Toten ist.
13,30f (HfA): Aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Danach ist Jesus noch viele Tage seinen Jüngern erschienen, die mit ihm von Galiläa nach Jerusalem gekommen waren. Sie sind jetzt vor dem Volk Israel die Zeugen für seine Auferstehung.
20,21 (EB): da ich sowohl Juden als auch Griechen die Buße zu Gott und den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus bezeugte.
20,24 (EB): den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe: das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen.
28,32 (LU): Da erklärte und bezeugte er ihnen das Reich Gottes

Wie wir diesen Texten entnehmen können, war für die Apostel und ersten Christen das Zeugnis für Jesus nicht unabhängig vom Zeugnis für Jehova und auch keine Alternative anstelle des Zeugnisses für Jehova. Das Zeugnis für Jesus war vielmehr ein Zeugnis für den Gott, der Jesus beauftragte, der ihn auferweckte, ihn mit heiligem Geist salbte und mit ihm war. Dieses Zeugnis sollte nach den Worten der Apostel die Menschen dazu bringen, die Gnade Gottes zu erkennen, zu Gott umzukehren, das Reich Gottes anzunehmen und Buße gegenüber Gott zu tun. In Apostelgeschichte 2,39.40 wird dieser Gott sogar ausdrücklich als Jehova kenntlich gemacht, da der Ausdruck „Herr, unser Gott“ zweifelsfrei für „Jehova, unser Gott“ steht.

Selbst an Stellen, wo das Zeugnis für Christus nicht ausdrücklich mit Gott verknüpft wird, zeigt der Kontext, dass auch hier Gott bezeugt wird. Beispielsweise können wir in Apostelgeschichte 18,5 lesen, dass Paulus bezeugte, dass Jesus der Christus ist. Hier finden wir zwar keinen direkten Bezug auf das Handeln Gottes, aber für jeden Juden im ersten Jahrhundert war klar, dass der Christus eine Person ist, welche von Gott gesandt und beauftragt wurde, sein Volk zu retten (siehe z.B. Lukas 2,11). Wenn Paulus also Jesus als den Christus bezeugte, bezeugte er dadurch automatisch auch den Gott, der Jesus in seinem Auftrag ausgesandt hatte. Genau dieser Punkt wird bereits in Apostelgeschichte 2,36 ausdrücklich genannt: Es ist Gott, der Jesus zum Christus macht. Allein schon der Ausdruck „Christus“ enthält also bereits ein Zeugnis für das Handeln Gottes.

Damit sahen die ersten Christen, die in der Apostelgeschichte beschrieben wurden, keinen Widerspruch zwischen einem Zeugnis für Jesus und einem Zeugnis für Jehova. Das Zeugnis für Jesus war für sie eine Erweiterung und Vertiefung ihres Zeugnisses für Jehova. Damit sollte klar sein, dass der Gesamtkontext der Apostelgeschichte es in keiner Weise zulässt wie eingangs behauptet zu sagen: „Es ist der Auftrag von Jesus an seine Kirche, dass die Christen Zeugen Jesu sind und nicht Zeugen Jehovas„. Jeder echte Zeuge Jesu ist automatisch auch Zeuge für Jehova.

Einwände

Seltsamerweise (oder auch nicht) setzt sich keiner der Leute, die ich am Anfang zu Apostelgeschichte 1,8 zitiert habe, damit auseinander, was genau damit gemeint ist, ein „Zeuge Jesu“ zu sein und wie dies im Verhltnis zum Zeugnis für Jehova steht. Daher kann ich hier auch keine „echten“ Gegenargumente zu meinen Ideen präsentieren, welche von echten Menschen gemacht werden. Da ich aber die Standardargumente kenne, die immer kommen, wenn man über den Namen „Jehova“ redet, will ich hier kurz darauf eingehen.

„Aber ‚Jehova‘ ist die falsche Aussprache des Gottesnamens!“ Während das ebenfalls ein interessantes Thema ist, hat es nichts mit dem zu tun, worüber ich hier schreibe und stellt lediglich eine Ablenkung von dem eigentlich wichtigen Punkt dar: Das Zeugnis für Jesus ist immer auch Zeugnis für den Gott, der ihn sandte, und dessen Name nach unterschiedlichen Schreibweisen „Jehova“, Jehovah“, „Jahve“ oder Jahwe“ lauten kann. Damit ist die ursprüngliche Behauptung, dass ein Zeuge Jesu nicht ein Zeuge Jehovas sein kann, offensichtlich falsch, vollkommen unabhängig, wie der Name Gottes richtig ausgesprochen wird, und ob es überhaupt die eine, richtige Aussprache gibt, die unbedingt und ausschließlich benutzt werden darf.

„Aber im NT benutzt niemand den Namen Gottes!“ Das ist zwar ein bisschen näher dran am Thema,  zeigt aber nicht, dass Christen kein Zeugen Jehovas sein dürfen. Denn unabhängig von der Frage, ob und wie die ersten Christen den Namen Gottes benutzten, bleibt die Tatsache, dass sie für diesen Gott Zeugnis ablegten, wie die Apostelgeschichte bezeugt. Hier scheint mir das Missverständnis zugrunde zu liegen, dass „Zeugnis für Jehova“ einzig und allein heißt, dass man erklärt, wie Gott heißt. Das ist natürlich Unsinn. Das Zeugnis für Jesus umfasste ja auch nicht einen Namen und seine Aussprache, sondern das Handeln und das Lehren Jesu. Genauso bedeutet das Zeugnis für Jehova, dass man für sein Handeln und seine Lehren Zeugnis ablegt. Dieses Zeugnis umfasst dann als einen Punkt unter vielen auch, was Gott zu seinem Namen sagte und als einen weiteren Punkt das Lehren und Handeln Jesu sowie seine Auferstehung.

Und genau das wird von denen ignoriert, die den Namen „Zeugen Jehovas“ ablehnen. Sie setzen sich nicht damit auseinander, dass (ja! In der Apostelgeschichte 2,21) eine Seite weiter in der Bibel unsere Rettung mit der Anrufung des Namens Gottes verknüpft wird und die Apostelgeschichte selbst die Christen (und hier insbesondere die Heidenchristen) als Gruppe in Kapitel 15,14.17 mit dem Namen Gottes verknüpft, nicht zu vergessen sind dabei Texte wie 2.Mose 3,15; Psalm 135,13 und Maleachi 3,16 (NWÜ), in denen auf die Ewigkeit des Gottesnamens verwiesen wird und darauf, dass Gott selbst darauf Wert legt, dass Menschen diesen Namen benutzten, sowie die vielen Bezugnahmen auf diesen Namen, die auch im NT existieren. Diese vielen Bibeltexte, welche die Wichtigkeit des Namens Gottes für unseren Glauben unterstreichen, werden reihenweise ignoriert.

„Der Name ‚Jehova‘ aus dem AT wurde durch den Namen ‚Jesus‘ für Christen ersetzt!“ Wenn es so wäre, dann wäre das natürlich ein gewichtiges Argument gegen das, was ich bis hierher schrieb. Es gibt bloß zwei Probleme mit dieser Idee: Zum ersten gibt es keinen Bibeltext, welcher (alleine oder im Zusammenhang mit anderen Texten) diese Aussage trifft und zweitens würde diese Idee im Gegensatz zu den eindeutigen Aussagen aus 2.Mose 3,15 und Psalm 135,13 stehen, welche die Ewigkeit des Namens Gottes betonen. Wer also an diesem Einwand festhalten will, der muss eindeutige entgegenstehende biblische Aussagen mit seinen eigenen Ideen entkräften; dies ist ein sicherer Weg, um mich nicht zu überzeugen. Möglicherweise aus diesem Grund versucht dies auch niemand wirklich.

„Die heutigen Christen sind aber keine Juden wie die Apostel“. Diesen Einwand habe ich mir jetzt selbst ausgedacht. Natürlich waren die Worte in Jesaja „Zeugen Jehovas“ zu sein erst einmal an die Juden gerichtet und es stimmt, dass der durchschnittliche Christ heute kein Jude ist. Das heißt aber nicht, dass die Worte aus Jesaja für heutige Christen keine Bedeutung mehr haben. Es würde zwar den Rahmen sprengen, wenn ich hier auch noch versuchte, das genaue Verhältnis von Christen und Judentum im NT herauszuarbeiten, will ich mich mit einem Zitat eines evangelischen Theologen (Notger Slenczka) bescheiden, welcher in Bezug auf die Darstellung des Paulus im Römer 9-11  zu folgendem Schluss kam (Hervorhebungen von mir):

Man kann im Sinne des Paulus, so scheint mir, in der Tat das sagen, was häufig im Kontext des jüdisch-christlichen Dialogs als Fundament der Verhältnisbestimmung von Kirche und Judentum betrachtet wird: Dass in Christus die Heiden in den Bund Gottes mit Israel hineingenommen werden. Die Pointe bei Paulus ist aber eben die, dass seiner Meinung nach dieser Bund Gottes mit Israel von vornherein und schon bei Abraham christologisch bzw. durch den Glauben an Christus qualifiziert und konstituiert ist und nicht durch den Abstammungszusammenhang oder gar durch das Gesetz, wie er seine Gegner versteht (oder missversteht). Mit dem Erscheinen Christi kommt gleichsam heraus, was der Grund des Verhältnisses Gottes zum Abstammungszusammenhang aus Abraham und damit der Grund jüdischer Identität immer schon war; und es erweist sich, dass die durch den Glauben identifizierte Gemeinschaft über den ursprünglichen Abstammungszusammenhang hinausgreift.

Das impliziert unmittelbar die Leseperspektive, unter die das AT für Paulus und für die ihm folgenden Theologen der Alten Kirche tritt: Sie lesen das AT darum bruchlos als Anrede an die gegenwärtige Gemeinde, weil darin die jeweils eigene Vorgeschichte dokumentiert ist. Die Geschichte Israels ist die Geschichte der Kirche, weil diese – und eben nicht das jeweils Judentum – das ‚wahre Israel‘ ist.

Fazit

Das Fazit ist relativ einfach: Apostelgeschichte 1,8 sagt in keiner Weise, das Christen keine Zeugen für Jehova sein dürfen oder sollen. Die Aussage wurde an Personen gerichtet, die aufgrund ihrer Herkunft bereits Zeugen für Jehova waren. Die Apostelgeschichte zeigt dann, dass das Zeugnis für Jesus nicht im Gegensatz zum Zeugnis über Gott steht, sondern dieses Zeugnis ergänzt und vertieft:

Wo vorher die Juden die rettenden Taten Jehovas in Ägypten, in Babylon und bei anderen Gelegenheiten verkündeten, konnten die Christen jetzt die vollständige Rettung der Menschheit von Sünde und Tod verkündigen, welche Gott durch Christus vollbrachte (siehe z.B. Apostelgeschichte 5,30-32; 20,24). Da Jesus selber sagte, dass alles, was er lehrte, von Gott stammte, ist auch das Verkünden der Lehren Jesu ein Zeugnis für den Gott, der Jesus mit diesen Lehren beauftragte (vgl. Johannes 8,28.38; 12,50).

Wer also wirklich Zeugnis für Jesus ablegt, der ist automatisch ein Zeuge Jehovas. Was ist dann aber mit denen, die meinen, man könne Zeuge Jesu sein, ohne ein Zeuge für Jehova zu sein? Diese Leute ignorieren, was die Apostel selber als Inhalt ihres Zeugnisses ansahen; sie ignorieren außerdem, dass Christen in Apostelgeschichte 15 als ein Volk für den Namen Gottes bezeichnet werden, wobei hier wieder eindeutig von Jehova die Rede ist. Im Endeffekt legen sie nicht Zeugnis für Jesus ab, sondern für eine Gestalt, die ihrer Phantasie entspringt: einen Jesus, der unabhängig von Jehova ist, dessen Lehre nur noch am Rande mit dem „Gott des AT“ verbunden ist und der im Endeffekt selber der Gott ist, der ihn sandte und dessen Tun und handeln nichts mit Jehova zu tun hat. Dieser Jesus ist aber nicht derjenige, der in den Evangelien und der Apostelgeschichte beschrieben wird.

Außerdem müssen sie einen Gegensatz unterstellen, der in der Bibel nirgendwo erwähnt wird: Das sich das Zeugnis für Jesus und das Zeugnis für Jehova gegenseitig ausschließen. Wie Jesus und seine Apostel in allen erwähnten Texten zeigen, gibt es dafür keine Grundlage: Was Jesus sagte und tat, war alles im Auftrag Jehovas geschehen, und die Apostel bezeugten Jesus auch als einen Gesandten Gottes (wie bereits hier besprochen). Jesus selbst war in diesem Sinne ein Zeuge.

Wieso klammern sich angesichts dessen so viele an diesen angeblichen Gegensatz? Das könnte ich nur genau sagen, wenn ich in der Lage wäre, diesen Menschen in den Kopf zu schauen. Da ich das nicht kann, kann ich nur darüber spekulieren. Mir fallen folgende mögliche Gründe ein, die miteinander verbunden sind:

Zum einen wird der Name „Jehova“ heutzutage so stark mit den Zeugen Jehovas verbunden, dass sich alle anderen von diesem Namen distanzieren wollen, da sie diese Gruppe und ihre Lehren ablehnen.

Zum zweiten erschwert die Benutzung des Namens „Jehova“ die Anerkennung der Dreieinigkeit, da man immer wieder darauf gestoßen wird, dass der Vater Jesu Gott ist. Man bemerkt den Unterschied zwischen Jesus, dem Herrn, und Jehova. Und dann ist es schwer die Lehre von der Dreieinigkeit mit dem Bibeltext in Einklang zu bringen.

Zum dritten kann man schlecht ein Zeuge für Jehova sein, und seinen Namen aus der Bibel herausstreichen; wer so handelt, der widerspricht sich selbst.

 

 

10 Kommentare
  1. Hur sagte:

    Herzlichen Dank, dass du uns an dem Ergebnis deiner umfangreichen Recherchen und der Kopfarbeit teilhaben lässt. Deine Argumentation ist wie immer logisch, stichhaltig und insbesondere glaubensstärkend.

    Auch freue ich mich darüber, dass du mit solch langen Texten nicht dem überall anzutreffenden Trend folgst, umfangreiche Themen nur noch in Informationshäppchen zu packen, auf Grund fehlender Konzentrationsfähig vieler junger Leser. Ich freue mich auf weitere schlagkräftige Artikel.

    Ein Mitbruder

  2. vindonissa sagte:

    Danke für den spannenden Artikel,

    beim Abschnitt über den Rechtsgrundsatz: „Das Zeugnis einer Einzelperson bleibt unberücksichtigt“,

    ist mir 5. Moses 22:25-27 eingefallen, da bei diesem Beispiel nur eine Einzelperson als Zeugenaussage gereicht hat um den Mann zu verurteilen.

    LG

  3. hgp3 sagte:

    Hallo!
    Man muss 5.Mose 22 nicht unbedingt so lesen, dass hier ein Todesurteil aufgrund eines einzelnen Zeugen beschrieben wird. Aber das wäre im Detail eine Diskussion, die zu weit vom Thema wegführt.
    Aber selbst wenn man den Text so versteht, wie du sagst, wäre das eine Ausnahme von dem allgemeinen Grundsatz, der so z.B. in 4.Mose 35,30; 5.Mose 17,6; 19,15; Johannes 8,17; Hebräer 10,28 formuliert wird.

    • vindonissa sagte:

      Das wäre ein gutes Thema zum untersuchen.

      Bei 5. Mo 22 war kein weiterer Zeuge auf dem Feld.
      Und in Mat 18:15-17 reicht ein Zeuge um die Sünde eines Mitbruders anzusprechen. Und ob dann noch weitere Zeugen gefunden werden ist noch offen.

      Die Frage ist natürlich auch ab wan man ein Zeuge ist.

      Lg

      • hgp3 sagte:

        Ob in 5.Mose 22 kein Zeuge da war, das ist eine schwierige Frage. Denn wenn kein Zeuge da war, wer sollte dann das verlobte Mädchen anklagen?

        Mindestens ebenso wahrscheinlich ist die Möglichkeit, dass es hier um den Fall geht: „Was machen wir, wenn wir ein verlobtes Mädchen beim Sex mit einem fremden Mann ertappen?“ Denn genau dann ergibt der Text einen Sinn: Der Mann wurde wegen Ehebruchs verurteilt, für das Mädchen galt die Unschuldsvermutung.

        Bei deiner Hypothese hingegen hätte jede Frau jeden Mann der Vergewaltigung auf dem Feld beschuldigen können und er hätte ohne weiteres verurteilt werden müssen. Das erscheint mir gelinde gesagt unwahrscheinlich. Kein auch nur halbwegs kompetenter Richter würde auf so einer Grundlage ein Urteil sprechen wollen.

        In Matthäus 18,15-17 ist der Geschädigte selber natürlich auch immer ein Zeuge des Vorgangs. Es gibt also auch hier mindestens zwei Zeugen.

  4. vindonissa sagte:

    Wenn man das Wort niemand weglässt wird es wirklich eine schwierige Frage.
    5. Mo 22 unterscheidet sich im Vers 22 und im Vers 27.
    Vers 22 geht auf die Situation ein wo jemand gefunden wird.
    Vers 27 erklärt was passiert wenn niemand dabei war.

    Ähnlich wie in 4 Mo 5:11-31 keine Zeugen nur ein Verdacht.

    Bestimmte Menschen tendieren durch all die Jahrhunderten Situationen auszunutzen wie auch in 5. Mo 19:18,19 anerkannt wurde. Manche Zeugenaussagen muss man höher einstufen als andere zB wie das im heutigen Zeitalter gemacht wird.

    Wer ist der Geschädigte? Sünden müssen nicht immer dem Umfeld schaden. Der Angeklagte sollte schon eine ähnliche Meinung haben wie der zweite Zeuge sonst macht es keinen Sinn. Sonst müsste man ja nicht noch einen Zeugen nehmen zum ZWEI Zeugen zu haben.

  5. hgp3 sagte:

    Niemand hat das Wort niemand weggelassen ;o)
    Wenn wir genau hinschauen, geht es im Vers 27 um den Fall, dass niemand dem Mädchen half; zur Frage, ob sie von weiteren Zeugen des Geschehens ertappt wurden, werden keine Aussagen gemacht. Man kann das, was nicht gesagt wurde, auf verschiedene Weisen ergänzen. Anscheinend hast du hier eine andere Möglichkeit im Kopf als ich.

    Ich persönlich meine, dass deine Interpretation direkt im Widerspruch zu 4.Mose 35,30; 5.Mose 17,6 steht und sich 5.Mose 22,25-27 sich aufgrund der genannten Verse allein auf den Freispruch des verlobten Mädchens beziehen muss. Und da dies nichts mehr mit dem Artikel an sich zu tun hat, beende ich die Diskussion hierzu.

    „Der Geschädigte“ ist eine Abkürzung für „derjenige, der meint, dass sein Bruder gegen ihn eine Sünde begangen hat“ (Vers 15), und bezieht sich daher deutlich auf einen Fall, wo es einen geschädigten gibt. Was du weiter geschrieben hast, verstehe ich nicht. Wenn der Zweite, der als Zeuge hinzugezogen wird, bezeugen kann, dass der „Angeklagte“ wirklich eine Sünde begangen hat, so wie es der „Geschädigte“ bezeugt, dann gibt es zwei Zeugen.

    Der Wortlaut von Vers 16 macht dies übrigens klar: Man soll 1 oder 2 hinzuziehen, damit es dann 2 oder 3 Zeugen gibt. Also muss einer der beiden, welche ursprünglich miteinander gesprochen haben, als ein weiterer Zeuge angesehen werden. Daher verstehe ich auch hier nicht, worum es dir hier überhaupt geht.

  6. vindonissa sagte:

    Du kannst diese Diskussion hier schon beenden.
    Wie kommst du darauf das der Vers 15 meint das jemand gegen den Bruder eine Sünde begangen hat der ihm seinen Fehler offen darlegt? Das heisst es überhaupt nicht.

    Mir geht es darum, dass es nicht sein kann, dass Verbrechen im verborgenen passieren und niemand verurteilt wird ( nagut ausser bei Mord). Das währe kein gutes Rechtssystem. Nach dem Motto solange es keiner gesehen hat ist es egal.
    Im vers 16 braucht es nicht zwei Zeugen um den Fehler zu bereden! Es braucht zwei Zeugen um den Mensch zu verurteilen.

    • hgp3 sagte:

      Ich sehe immer weniger, worum es dir eigentlich geht. Das Thema hier lautet: Sollen wir Zeugen Jehovas oder Zeugen Jesu sein (oder beides)? Es ist für mich offensichtlich, dass dich dieses Thema (in deinen Kommentaren) nicht interessiert. Aber ich kann nicht sehen, worum es dir eigentlich geht, da du das bisher nicht deutlich ausgesprochen hast.

      Vielleicht wärst du ja bereit mir zu sagen, worauf du hinauswillst; dann könnte ich gezielt auf das eingehen, worum es dir geht, anstatt dass wir ständig um den heißen Brei herumreden (falls mich das Thema dann interessiert). Ich habe aber keine Zeit für eine Diskussion zu einem Thema, das ich noch nicht einmal kenne.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: